Vor allem in der Vegetarier-Szene, werden gerne die pflanzlichen Omega-3-Fettsäuren hochgelobt. Die pflanzliche Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure oder abgekürzt ALA findest Du in verschiedenen Gemüsearten, Nüssen, Samen und daraus hergestellten Ölen wie Lein-, Raps- oder Walnussöl. ALA wird im Körper in EPA und DHA umgewandelt, allerdings mit karger Ausbeute. Beim Umwandlungsprozess von ALA in EPA gehen bis zu 90% verloren. Somit kommen Vegetarier nicht in den entzündungshemmenden und kardioprotektiven Genuss der Omega 3-Fettsäuren, denn erst EPA wirkt positiv auf Entzündungen ein, wie unzählige Studien belegen konnten.

Wirkung von tierischem Omega-3

Viel effektiver ist es deshalb, direkt tierische Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA) zu tanken. Die bekanntesten Quellen sind fette Kaltwasserfische wie Hering, Makrele und Lachs. Was viele nicht wissen: Vor allem Fleisch von Wiederkäuern und Wild enthält von Natur aus viele tierische Omega-3-Fettsäuren. Nutztiere aus der Massentierhaltung werden allerdings mit Omega-6-reichen Futtermitteln aus Soja und Getreide gemästet. Das führt leider dazu, dass deren Fleisch und Milch ein sehr ungünstiges Omega-3 zu Omega-6 Verhältnis entwickelt (mindestens 10 Mal mehr Omega-6 als Omega-3). Ein Überschuss an Omega-6 Fettsäuren blockiertdie Aufnahme der essentiellen Omega-3 Fettsäuren und fördert die Bildung von Entzüngungsbotenstoffen. Produkte von Weidetieren bzw. von Tieren mit überwiegender Grasfütterung hingegen enthalten mindestens doppelt so hohe Mengen an Omega-3-Fettsäuren. Woran das liegt? Gräser und Kräuter auf der Weide liefern reichlich ALA, die dann von den Tieren in DHA und EPA umgewandelt wird.  Und mit steigendem Omega-3-Gehalt wird die Omega-6-Fettsäure verdrängt. Zudem: Fleisch aus Weidenhaltung enthält höhere Mengen konjugierter Linolsäure (CLA), mehr Vitaminvorstufen (A und E) und Antioxidantien (Glutathion). Viele gute Gründe also, auf Fleisch aus Weidehaltung zu setzen.

Unser Einkaufstipp:

Echtes Weidefleisch von 100% grasgefütterten Tieren, lokal oder tiefgekühlt über das Internet einkaufen. Im Supermarkt kann man auf irisches, neuseländisches oder argentinisches Fleisch ausweichen. In diesen Ländern wird überwiegend Weidehaltung praktiziert. Und was ist mit Bio-Fleisch? Bio gewährleistet trotz Siegel keine artgerechte Haltung. Und für die Paleo-Sterneköche unter Euch: Eine extensive Weidehaltung führt bei Rindern zu sehr zartem Fleisch und feiner Marmorierung bei geringer Fettauflage.

Daley, 2010, A review of fatty acid profiles and antioxidant content in grass-fed and grain-fed beef, Nutr J.2010; 9: 10.

 

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