Die Steinzeit liegt zwar schon 10.000 Jahre hinter uns, aber neue Erkenntnisse zeichnen ein immer differenzierteres Bild vom Leben unserer Vorfahren. Die Paläoanthropologie erforscht die Menschheitsentwicklung seit der Trennung von Schimpansen und Homo sapiens (vor 6-8 Mio Jahren) bis zum heutigen modernen Menschen. In erster Linie stützt sie sich dabei auf Fossilfunde, die vor dem Hintergrund der biologischen Evolution interpretiert werden.

Auch wenn vielen heute die Vorstellungskraft fehlen dürfte – ein Leben ohne BigMac, Pizza Taxi und Coffee-to-Go muss tatsächlich möglich gewesen sein. Denn eine neue Studie der Universität Southampton konnte jetzt für die Regionen Nordfrankreich und England belegen, dass unsere steinzeitlichen Vorfahren sich nicht nach dem Zufallsprinzip ihre „Camping-Plätze“ aussuchten, sondern ihre Verweildauer eindeutig vom Nahrungsreichtum der Gegend abhängig machten. Schon vor 500.000 bis 100.000 Jahren bevorzugte der Mensch offensichtlich Flussdeltas statt Wälder oder Hochplateaus. Diese Tatsache ließ sich nun aus zahlreichen Ausgrabungen schließen, denn in der Nähe von Flüssen konnten zahlreiche Werkzeuge zur Jagd und Nahrungsverarbeitung gefunden werden.

Wie wir wissen, hängt die menschliche Entwicklung primär von den Energielieferanten Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate und Mikronährstoffen sowie Folsäure und Vitamin C ab. Diese essentiellen Nährstoffe konnten in wassernahen Lebensräumen wie Flussdeltas in Form von fettem Fisch (z.B. Aal), Eiern, Wasserpflanzen und Knochenmark in Hülle und Fülle gesammelt oder gejagd werden. „Man kann davon ausgehen, dass solche Plätze als gut zum Leben und als gesund eingestuft und deshalb von unseren Vorfahren häufiger besucht wurden“, so der Leiter der Studie, Professor Brown.

Brown, A.G., Basell, L.S., Robinson, S., and Burdge, G.C. (2013). Site distribution at the edge of the palaeolithic world: a nutritional niche approach. PLoS One 8, e81476.

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