Jeder kennt das: Am Ende des Tages ist unsere Selbstbeherrschung im freien Fall. Von Minute zu Minute kostet es mehr Überwindung, den Allerwertesten noch aus dem gemütlichen Sofa zu bewegen. Michael Inzlicht von der Universität von Toronto Scarborough kam nun in einer neuen Studie zu dem Ergebnis, dass es gar nicht an mangelnder Selbstbeherrschung liegt. Vielmehr lässt unsere Motivation für Dinge nach, die wir tun müssen. Stattdessen möchten wir plötzlich Dinge tun, die wir wollen. Von daher sollten wir den Genuss eines ausgedehnten Abendessens oder den späten Waldlauf nicht als notwendiges Übel ansehen, nur der lieben Gesundheit zuliebe – oder wie Inzlicht es ausdrückt: „Have-to“ sollte besser „Want-to“ heißen.

Neal, D.T., Wood, W., and Drolet, A. (2013). How do people adhere to goals when willpower is low? The profits (and pitfalls) of strong habits. J Pers Soc Psychol 104, 959-975.

Inzlicht, M., Schmeichel, B.J., and Macrae, C.N. (2014). Why self-control seems (but may not be) limited. Trends Cogn Sci.

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